Der Bücherblog

Archiv für die Kategorie 'Jugendbuch'

J. D. Salinger: Der Fänger im Roggen

Dies ist ein typisch amerikanischer Klassiker. Er ist aus Sicht eines 22-jährigen aus wohlhabendem Hause geschrieben, der zum wiederholten Mal von der Schule fliegt. Er will den Seelenzustand eines jungen Menschen in einer Phase der Orientierungslosigkeit beschreiben der unzufrieden ist mit so ziemlich allem, seinen Lehrern, seinen Mitschülern, allen anderen Leuten um sich herum. Er flucht innerlich über alles und jeden, alle kommen ihm wie Idioten vor und er selbst sich genauso. In der Schule hat er sich keine Mühe mehr gemacht, ist auch nach mehreren Verwarnungen bei seiner Verweigerungshaltung geblieben. Als er schließlich vor Weihnachten mitgeteilt bekommt dass er nach den Ferien nicht mehr wieder zu kommen braucht reist er zwei Tage früher als geplant in seine Heimatstadt New York. Die Erlebnisse in diesen zwei Tagen bis er sich traut in die Wohnung der Eltern zurück zu kehren nehmen einen großen Teil des Buches ein, er verbringt diese Zeit hauptsächlich damit sich über seine Mitmenschen aufzuregen und sich dabei selbst wie ein Idiot aufzuführen. Und damit bin ich auch schon bei meinem Urteil über dieses Buch:

Es gibt bestimmt Menschen die sich selbst im Ich-Erzähler wiederfinden und die sich im entsprechenden Alter genauso gefühlt haben. Aber es ist so übertrieben dargestellt dass zumindest ich mich nicht mit dem jungen Mann identifizieren kann. Ich habe aber allgemein keinen wirklichen Draht zu diesen typisch ostküsten-amerikanischen Schriftstellern mit ihren Psychostudien über gescheiterte Existenzen. Ich konnte schon mit William Tennessees Endstation Sehnsucht nichts anfangen und genauso wenig mit Arthur Millers Tod eines Handlungsreisenden usw. Ich finde diese Bücher ehrlich gesagt eher langweilig und dieses macht da keine Ausnahme.

J.R.R. Tolkien: Der kleine Hobbit

Dieses Buch erzählt, wie vermutlich bekannt, die Vorgeschichte zu Tolkiens Meisterwerk Der Herr der Ringe.

Inhalt

Bilbo Beutlin lebt wie es sich für Hobbits gehört gemütlich und ohne jede Aufregung in einer geräumigen und gepflegten Höhle unter einem Hügel. Das ändert sich schlagartig als eines Tages der Zauberer Gandalf vor seiner Tür steht und sich selbst und dreizehn Zwerge zum Tee einlädt.

Die Zwerge wollen ihr früheres Heim unter dem einsamen Berg und den darin befindlichen Zwergenschatz von dem Drachen Smaug befreien. Ihr Anführer Thorin Eichenschild soll dann seine Erbschaft als König unter dem Berge antreten. Für ihre Unternehmung suchen sie einen Spion und „Meisterdieb“ wofür sich bestens einer der leisen Hobbits eignet.

Und bevor er weiß wie ihm geschieht steckt Bilbo mitten drin im Abenteuer und muss sich mit gefährlichen Trollen und Orks herumschlagen, wird von Elben mal bewirtet mal gejagt und am Ende der Reise wartet der Drache.

Tief unter den Bergen begegnet er schließlich auch dem Wesen Gollum, dem er den Ring abnimmt der im Herrn der Ringe die zentrale Rolle spielt.

Tolkien für Kinder

Dieses Buch ist im Vergleich zum Herrn der Ringe erheblich kürzer, kompakter und einfacher geschrieben, es ist auch für jüngere Jugendliche geeignet und bietet gerade für diese einen guten Einstieg in die Welt Tolkiens. Die ersten Ausgaben wurden in Deutschland als reine Kinderbücher vertrieben, das wird dem Buch wiederum nicht gerecht. Die neuere Übersetzung von Wolfgang Krege versucht dagegen den Stil etwas an den Herrn der Ringe anzupassen und wird dafür hoch gelobt. Während beim Herrn der Ringe die Übersetzung von W. Krege nicht nach meinem Geschmack ist würde ich in diesem Fall zu dieser moderneren Fassung raten.

Der Hobbit: oder Hin und zurück