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Archiv für die Kategorie 'Verfilmte Bücher'

Oscar Wilde: Das Gespenst von Canterville

Eine der lustigsten, auf jeden Fall aber die sprachschönste aller Gespenstergeschichten ist The Canterville Ghost, wie sie im englischen Original heißt. Darin wird das Gespenst, dass seit 300 Jahren das Anwesen der Familie Canterville bespukt selbst heimgesucht: eine amerikanische Familie hat das Anwesen aufgekauft und bezogen.

Der Käufer, Herr Otis, hat beim Verkaufsgespräch Lord Canterville bereits darauf aufmerksam gemacht, dass er keinesfalls bereit ist an Geister zu glauben und so geht er über alle noch so eindeutigen Hinweise auf einen Spuk hinweg. Seine beiden ungezogenen Söhne dagegen begegnen dem Gespenst schon bald persönlich, drehen den Spieß sofort um und treiben es mit ihren Streichen und Boshaftigkeiten zur Verzweiflung. Jeder Spuk der den englischen Adel zu Tode erschrecken konnte wird von den Eltern als „ganz bestimmt logisch erklärbar“ abgetan, so werden immer wiederkehrende Blutflecken Tag für Tag mit „Pinkerton’s Champion Stain Remover“ entfernt, bis den Geist die Farbe ausgeht und so weiter.

So entwickelt sich die Geschichte schnell zu einer amüsanten Auseinandersetzung zwischen englischer und amerikanischer Mentalität die erst durch die Tochter der amerikanischen Familie, Virginia, beendet wird, diese begegnet dem verzweifelten Gespenst auf den Fluren des Anwesens, hört sich seine Geschichte an und sucht mit ihm gemeinsam nach einem Ausweg: der Erlösung des Geistes von seinem Fluch.

Die Geschichte lässt sich auch gut auf englisch lesen, daher ist die Abbildung oben auf eine zweisprachige Fassung verlinkt.

Das Buch ist auch als familientaugliche Komödie verfilmt worden, hier das ganze auf DVD:

Absolute Kaufempfehlung für das Buch und auch den Film!

J.R.R. Tolkien: Der Herr der Ringe

Nun, was soll ich zu diesem Buch noch sagen? Ich fange der Form halber mit einer kurzen Inhaltsbeschreibung an.

Inhalt

Einst hat der dunkle Herrscher Sauron einen Ring der Macht geschmiedet, um mit dessen Hilfe alle Völker auf Mittelerde zu unterwerfen, Menschen, Elben und Zwerge. Er wurde zwar besiegt, aber 3000 Jahre später gewinnt er wieder an Macht, auch weil der lange verschollene Ring wieder aufgetaucht ist. Der Hobbit Bilbo hat ihn gefunden was in dem Buch Der Hobbit erzählt wird, und nun muss sein Neffe Frodo mit einer Gemeinschaft aus Hobbits, Menschen, einem Elb und einem Zwerg aufbrechen um den Ring in einer gefahrvollen Mission zu vernichten. Dafür muss der Ring mitten im Reich Saurons ins Feuer des Schicksalsberges geworfen werden, während aber genau dort eine riesige Armee aus Orks und bösen Menschen aufgestellt wird. Außerdem wird die Gemeinschaft von Saurons gefährlichsten Untergebenen, den Ringgeistern verfolgt.

Die große Leistung Tolkiens ist dabei nicht einfach eine tolle Geschichte zu erzählen sondern eine Welt zu erschaffen mit den verschiedensten Ländern und Völkern, mit einer Geschichte von der Entstehung Mittelerdes an. Er hat Sprachen erschaffen für die Menschen, für die Elben und die Zwerge mit einer Entwicklungsgeschichte und Verwandtschaftsverhältnissen wie echte Sprachen. Eine umfangreiche Geschichte Mittelerdes mit vielen Hintergrundinformationen findet man im Silmarillion, das allerdings alles andere als leicht zu lesen ist.

Er hat sich dabei durchaus von Völkern unserer Welt und ihren Sprachen inspirieren lassen, außerdem tauchen immer wieder Elemente aus der Mythologie Europas auf, vor allem aus der germanischen. Das können einzelne Motive sein wie der verfluchte Ring oder das zerbrochene Schwert, das sind zum Teil die Namen seiner Charaktere usw. Wer sich genauer dafür interessiert dem sei das Buch Mittelerde: Tolkien und die germanische Mythologie von Rudolf Simek – einem Sprachwissenschaftler und damit einem Kollegen von Tolkien – empfohlen.

Stil

Tolkien beschreibt nicht nur die einzelnen Charaktere seiner Geschichte genauestens, sondern auch jeden einzelnen Landstrich. Manchmal verliert er sich dabei geradezu in Details, wodurch das Buch durchaus auch seine Längen hat. Sein Schreibstil ist episch und ein wenig altmodisch, was in den zwei Übersetzungen ins Deutsche unterschiedlich stark zutage tritt. Die neuere Übersetzung von Wolfgang Krege ist etwas moderner gehalten und versucht sprachlich frischer daher zu kommen, die von Margaret Carroux geschriebene ältere Fassung ist meiner Meinung nach aber die sprachlich schönere.

Übersetzung von Margaret Carroux (empfohlen)

Übersetzung von Wolfgang Krege

Verfilmung

Die Verfilmung durch Regisseur Peter Jackson darf wohl als ein absoluter Glücksfall gelten! Natürlich musste trotz Überlänge jedes einzelnen Teils einiges weg gelassen werden was man mal mehr mal weniger vermisst (Tom Bombadil zum Beispiel) und das selbst in der hier verlinkten Special Extended Version bei der jeder Teil noch mal mindestens eine halbe Stunde länger ist. Trotzdem ist es ein geniales Werk das ich vorher nicht für möglich gehalten hätte, ich war sehr skeptisch bevor ich den ersten Teil im Kino gesehen habe und bin seitdem begeistert und schon gespannt wie wohl die Verfilmung des Vorgängerbuches „der kleine Hobbit“ wird.